Hundewelpen auf der Entbindungsstation

Die abenteuerliche Reise zur Geburt | Part 2

Bevor ich loslege, bitte ich zu beachten:

 

In diesem Beitrag schreibe ich über mein Geburtserlebnis und nehme dabei nicht immer ein Blatt vor den Mund. Es war (leider) kein Wellness-Urlaub, sondern eben eine Geburt. Einerseits eine völlig natürliche Sache, andererseits können auch Worte und Details beschrieben sein, die manche Leser*innen beunruhigend finden können.

„Ein, zwei Tage früher auf den Weg… Ich?! Hah, denkste!“, so oder so ähnlich könnten die Gedanken unseres Babys im Bauch wohl gewesen sein. Ja, Zwerg fühlte sich wohl in Mama’s Bauch – das hatte ich ja bereits gesagt.

 

Zum Entbindungstermin bezogen mein Mann und ich also auf unbestimmte Zeit ein Zimmer auf der Entbindungsstation. Da er wohl einer tränenreichen Diskussion mit seiner hormongebeutelten hochschwangeren Ehefrau aus dem Weg gehen wollte, packte er brav unsere acht Koffer, unsere gemütliche Ledercouch, die komplette Baby-Erstausstattung Deluxe und alle Hundewelpen dieser Welt brav ins Auto – ich durfte ja nicht schwer tragen so hochschwanger! Außerdem muss frau ja auf alle Eventualitäten vorbereitet sein – dachte ich zumindest. Das ist natürlich ein Scherz. Tatsächlich hatte ich aber die große Kliniktasche gepackt und mein Mann ein paar Klamotten für etwa drei Tage.

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Wir waren auch megahappy, dass wir gemeinsam in die Entbindungsklinik durften. Die Coronalage hatte sich zu der Zeit etwas entspannt, so dass auch Väter oder Begleitpersonen wieder mit dabei sein durften. Was war ich froh! 

Wer die erste Geburt alleine durchsteht hat meinen vollen Respekt. Ich gehöre da ganz klar zur Sorte „Weichei“ und weiß inzwischen auch, woran das liegt – das ist aber ein ganz anderes Thema, worauf ich an anderer Stelle zurückkommen werde.

 

Pünktlich um 8 Uhr standen wir also an der Klinik-Eingangstüre.

 

Coronabedingt herrschten strenge Regelungen:

 

Über die Fernsprechanlage musste man sich per Klingeln anmelden und kurz den Grund des Besuchs nennen. Im Türbereich wurde Fieber gemessen und wir mussten Formulare zur Kontaktnachverfolgung und Bestätigung der Symptomfreiheit ausfüllen und unterzeichnen.

 

Schließlich durften wir zur Anmeldung und wurden dort zur stationären Aufnahme in der Klinik registriert. Auf die Entbindungsstation kam man ebenfalls nur nach Klingeln und durch persönlichen Einlass.

Entbindungsstation | Tag 1 - Montag

Etwa eine Stunde nach Ankunft in der Klinik saßen wir dann endlich im Zimmer und wurden dort direkt mit (gefühlt) unzähligen Formularen überhäuft, die ich alle brav unterzeichnen musste. Wenn ich in der Klinik entbinden wollte, blieb mir auch nichts anderes übrig.

 

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mich mit dieser Schwangerschaftsdiabetes ja „ständig stupfen“ und meinen Blutzucker kontrollieren musste? Immer eine Stunde nach Beginn einer jeden Mahlzeit musste ich Blut lassen (ja klingt dramatisch, soll es auch 😆). Das endete nun in der Klinik abrupt – nicht, dass ich wirklich traurig darüber gewesen wäre. Dafür bekam ich einen neuen dauerhaften und viel nervigeren Begleiter: Das liebe CTG! Kaum hatte ich es mir einigermaßen bequem gemacht in meinem neuen Heim, kam schon die erste Beleghebamme und schnürte mich am Apparat fest. Und dann ist das ja aber auch nicht so einfach bei einer Elefantenkuh – weil die Haut doch soooooo dick ist, dass da die Ultraschallwellen manchmal verrutschen oder so 😉… Also hatte das Kind mal Herztöne und mal keine und ich im weiteren Verlauf mal Wehen wo keine waren oder welche, die nie aufgezeichnet wurden. Der Blutzucker musste nun nicht mehr permanent überwacht werden, da mein Baby und ich ja jetzt eine durchgehende medizinische Betreuung hatten. Übrigens: Noch so eine nervige Sache in der Klinik – da hat man ja keine Ruhe, ständig klopft da jemand an die Türe und möchte irgendwas wissen, messen, untersuchen… So hatte ich mir den Wellness-Urlaub eigentlich nicht vorgestellt.

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Ein Klopfen war aber sehr erfreulich: Ich durfte aus einer wirklich leckeren Auswahl an Menüs mein Essen auswählen. Ja – ICH! Denn ICH war ja schwanger, nicht mein MANN! Also wurde er auch nicht gefragt, ob und was er essen möchte, sondern bekam immer einfach und ungefragt das vegetarische Menü. Er fand das wohl nicht ganz so witzig wie ich. Die neidvollen Blicke lassen mich noch heute schmunzeln.

Bald hörte der Spaß aber auch auf. Denn als die Oberärztin im Zimmer stand, ging es los… Zunächst untersuchte sie mich und stellte fest, dass das Baby zwar tief im Becken sitzt, aber der Muttermund „nicht reif“, also noch verschlossen, ist. Sie erläuterte uns kurz, welche Einleitungsmöglichkeiten es gibt und wie sie gerne vorgehen wollten. Und schon durfte ich ihr unauffällig folgen und in einem Untersuchungsraum auf dem beliebten Gynäkologenstuhl Platz nehmen.

 

Im ersten Step wurde mir ein Ballonkatheter eingeführt. Der Katheter drückt auf den Muttermund bzw. dehnt den Gebärmutterhals. Das war unangenehm, aber für mich aushaltbar. Es kann aber durchaus sehr schmerzhaft sein, dann sollten die Ärzte umgehen darüber informiert werden. Ziel der Ballonkatheter-Maßnahme ist es, die körpereigenen Hormone anzuregen sowie den Muttermund reifen zu lassen und Wehen auszulösen. Das hat bei mir sogar funktioniert. Zumindest am Anfang…

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